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Pressemitteilung zum Filmfest „Europe in Motion: Moving Images, Shifting Perspectives in Transcultural Cinema“ vom 10. bis 16. Dezember in Berlin

„Europe in Motion“ präsentiert ein neues europäisches Filmschaffen, das sich mit den Auswirkungen von Migration und neuen Mobilitäten auf Europa und seine urbanen Kulturen befasst. In den letzten Jahren entstehen immer mehr Filme, die die veränderten kulturellen und sozialen Realitäten in Städten wie Berlin, London, Belgrad und Istanbul in den Blick rücken und von der Herausbildung grenzüberschreitender Räume und Lebenswelten aber auch neuer Grenzziehungen erzählen.

Zahlreiche Auszeichnungen auf wichtigen europäischen Festivals deuten auf eine Anerkennung der neuen Qualität dieser Filme hin, die die gegenwärtigen urbanen und transnationalen Dynamiken oft sensibler widerspiegeln, als aktuelle politische und akademische Diskussionen dies tun.

Im Rahmen einer einwöchigen Filmreihe, eines interdisziplinären Workshops und Sonderveranstaltungen bietet „Europe in Motion“ die Gelegenheit, zahlreiche Filme etablierter sowie unbekannter europäischer RegisseurInnen zu sehen und mit diesen zu diskutieren. Das Programm in den Kinos Central und Eiszeit umfasst rund 60 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme, darunter viele Filme, die erstmals in Deutschland zu sehen sind.


Neben den überwiegend aktuellen Filmen werden auch einige historische Raritäten aus der Zeit der Arbeitsmigration der Nachkriegsjahrzehnte präsentiert, die die entstehenden transnationalen Verbindungen veranschaulichen. Dazu gehören E 5 - Die Gastarbeiterstraße von Tunçel Kurtiz aus dem Jahr 1978 und Otobüs von Tunç Okan von 1974. Gleichzeitig werden diese Filme den Arbeiten junger RegisseurInnen der nachfolgenden Generation gegenübergestellt, etwa wenn Krsto Papić’ Sonderzüge aus dem Jahr 1971 auf Damir Lukačević’ Heimkehr von 2003 trifft. Auf die Begegnung und das Gespräch mit diesen Filmemachern darf man gespannt sein.

Einen höchst aktuellen Bezug hat der neue Film Yasmin (2004) von Kenny Glenaan, der die Auswirkungen des 11. Septembers auf das Leben pakistanischer Einwanderer in Großbritannien aus der Perspektive einer jungen Frau schildert. Mit großer Differenziertheit erzählt der Film sowohl vom wachsenden anti-islamischen Rassismus der Mehrheitsgesellschaft als auch von autoritären Strukturen und Generationenkonflikten innerhalb der Migrantencommunity.

Das Lebensgefühl marginalisierter Jugendlicher transportieren aktuelle Filme wie The Plague (2004) des jungen Londoner Regisseurs Greg Hall, Urban Guerillas (2003) des Kreuzberger Filmemachers Neco Çelik, Rage (2000) von Newton I. Aduaka und Am Rande der Stadt (1998) des Griechen Konstantinos Giannaris.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Spiel- und Dokumentarfilmen, die Europa als Festung thematisieren: Ersatzteile (2003) des slowenischen Regisseurs Damjan Kozole, Fortress Europe (2000) des serbischen Filmemachers Želimir Žilnik oder Dokumentationen wie Calais-The last border (2003) des Briten Marc Isaacs und Exodus von Sorius Samura zeigen die beschwerlichen Wege von Menschen, die in Europa ein besseres Leben suchen.

Erstmals im Kino zu sehen ist Auslandstournee (1999), der Debütfilm der Hamburger Regisseurin Ayşe Polat, die mit ihrem neuen Film, En Garde, der am 9. Dezember in die Kinos kommt, in Locarno den Silbernen Leoparden gewann. Auslandstournee, ein Roadmovie quer durch Europa, wird sie gemeinsam mit ihren beiden Hauptdarstellern Hilmi Sözer und Özlem Blume vorstellen.

Kurzfilme nonstop gibt es sowohl bei der großen Eröffnungsparty am Freitag den 10. Dezember als auch bei einer „Langen Nacht der Kurzfilme“ am 12. Dezember im HAU 2 zu sehen. Gespannt sein darf man auf Fatih Akın, der zum Abschluss des Auftaktabends dem Publikum „Sounds of Istanbul“ präsentieren wird, bevor er am nächsten Tag nach Barcelona reist, wo sein Film Gegen die Wand in fünf Kategorien für den europäischen Filmpreis nominiert ist.

Wir hoffen auf Ihr Interesse und stehen für weitere Informationen, Interviewanfragen etc. gern zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich an:

Hanna Keller
tel 030 69 51 82 35
fax 030 69 51 82 36
mobil 0176 24093657

info@europeinmotion.net

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Das gesamte Programm ist unter www.europeinmotion.net abzurufen.


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